Wing-Tsun-Frauen
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Häufig gestellte Fragen

(Freqently Asked Questions = FAQ)



  • Woher kommt Wing Tsun?
    Aus China, entwickelt von der Meisterin eines Kampfstiles aus dem Shaolin- Kloster. Weitere historische Details findet Ihr auf dem Link Geschichte.
  • Gibt es eine andere Art von Wing Tsun für Männer?
    Im regulären Training ist WT geschlechtsunabhängig. Jedoch bei der Blitz- Defence – welche ich Euch als Basis in meinen Einführungskursen beibringe – wird bei der Verteidigung differenziert, ob der Angreifer Mann oder Frau ist.
Bild vom Training

  • Wie lange muss man Wing Tsun lernen um sich effektiv selbst verteidigen zu können?
    20-30 Jahre...Nein, mal im Ernst: man lernt nie aus, aber bei regelmäßig Training (üben, üben, üben) seid Ihr in der Regel nach einem Jahr soweit Euch mit Erfolg heftig zu wehren.
  • Eignet sich Wing Tsun besser zum Angriff oder zur Verteidigung?
    Beides, das ist ja das Besondere am WT, denn der Angriff ist die Verteidigung. Gleichzeitig, sozusagen.
Bild vom Training.

  • Wie schaffe ich es, in einer gefährlichen Situation auch richtig zu reagieren?
    Überhaupt Reagieren ist wichtig. Vielleicht habt Ihr schon ein paar Ideen aus dem Alltag. Wie effektiv Eure Reaktion dann ausfällt, liegt an der erlernten Technik. Je mehr Ideen Ihr parat habt, desto mehr Handlungsmöglichkeiten stehen Euch in der Not zur Verfügung. Technik, Reflexe, Instinkte, Schnelligkeit... werden im Training sowohl theoretisch als auch praktisch eingeübt. (Vollkontakt)
Bild vom Training.

  • Wie trainiere ich die Reaktion, wenn jemand willkürlich und überraschend zuschlägt?
    Im Training wird jede Partnerübung immer mit verschiedenen Angriffsvariationen kombiniert, so dass die Verteidigungsreflexe auch auf unabgesprochene Angriffe reagieren.
  • Wie wirksam ist diese Technik?
    Wer sich mit Wing Tsun konsequent und zielgenau wehrt, kann den Gegner in wenigen Sekunden ausschalten. Wir attackieren dabei die verletzlichsten Körperstellen um auf Nummer Sicher zu gehen (Augen, Hals, Hoden, Knie). Schließlich können wir uns im Ernstfall nicht auf Einsicht und Fairness, oder Trägheit eines Gegners verlassen, also übernehmen wir lieber selbst die Initiative und treiben den Angreifer in die Defensive. Wir drehen den Spieß um und werden ihm gefährlich.
Bild vom Training.

  • Was unterscheidet Wing Tsun von anderen Kampfsportarten?
    Wing Tsun ist keine Kampfsportart sondern eine Kampfkunst. Die Kunst des Kampfes an sich, sie ist also nicht auf bestimmte Regeln oder Techniken beschränkt, sondern frei von Stilarten, Ideenreichtum oder Kampferfahrung anderer. Wing Tsun ist ein Kampf- System das in sich geschlossen auf alles eine Antwort hat. Natürlich lernt man in einem normalen Wing Tsunler- Leben nur Bruchstücke dieses ausgefeilten Systems kennen, aber es ist logisch aufgebaut und hilft von Anfang an, die eigenen Möglichkeiten zur Selbstverteidigung zu steigern. Beherzigt man bestimmte Prinzipien, kommt man oft selbst auf die richtige Lösung. Da wir mit dem Angriffsschwung des Gegners zurückschlagen, wäre eine solche Methode für Wettkämpfe viel zu gefährlich. Im Wing Tsun benutzen wir wirklich unangenehme Mittel, die allesamt wegen ihrer Gefährlichkeit bei den Kampfsportarten im Ring verboten sind (Augenstiche, Tiefschläge, Ellbogen, Knie etc.). Ein bisschen Wing Tsun geht nicht, daher gibt es, auch Wing Tsun intern, keine öffentlichen Wettkämpfe. Bei einem Turnier würde ja kaum einer übrig bleiben, der nicht schwer verletzt würde. Also anwendbar ist WT wirklich nur in Notfällen zur Selbstverteidigung
Bild vom Training.

  • Kann man bestimmte Grade erreichen (entsprechend den Gürteln bei Judo)?
    Ja das schon, aber die Prüfungen beschränken sich auf Technik- und Reflexverhalten, in Angriffsübungen
    mit gepolsterten Gegnern und harmloseren Trefferflächen und mit abgedämpfter Trainingsstärke (statt auf den Hals zu schmettern wird mit Handschuhen und Schutzpolstern auf den Brustkorb gezielt – im Ernstfall kann man wieder etwas höher und fester zuschlagen) es ist wichtig, dass man gezielt trifft und selbst verschont bleibt. Die Graduierungen sind ansonsten genauso gestaffelt wie in den anderen asiatischen Kampfstilen und gehen ins Unermessliche (nicht vorzustellen was man alles noch lernen könnte).
  • In welchem Alter sollte man damit anfangen bzw. wie groß muss man sein?
    Also mindestens 1,80 und mit 16 seid Ihr schon zu alt...Nee, also wirklich, die Größe ist egal und ebenso das Alter. Einschränkungen gibt es nur bei Kindern. Sie sollten einen gewissen Entwicklungsstand erreicht haben. Das Gleiche gilt natürlich auch für Euch...
Bild vom Training.

  • Wie lange muss man üben um sich sicher sein zu können?
    Sicher bin ich nie. Nur weil ich Wing Tsun kann bin ich nicht unverwundbar, aber vielleicht hilft Euch diese Antwort vorerst: Ich wusste so ungefähr nach einem Jahr mit Sicherheit, dass mich ein einzelner Mann nicht mehr festhalten oder wegschleifen könnte.
  • Gibt es Beispiele, wo WT erfolgreich angewandt wurde?
    Bestimmt ganz viele. Das Schöne ist, auch hier beginnen die Erfolge im Kleinen und vielleicht unbemerkt, denn wenn jemand auf Grund seiner kämpferischen Möglichkeiten gar nicht erst kämpfen muss, weil er selbstsicher und umsichtig im Vorfeld reagieren konnte, ist das schließlich auch ein Erfolg der auf Wing Tsun basiert. Komisch, dass ich früher viel häufiger in wirklich heikle und gefährliche Situationen geriet, bevor ich Wing Tsun lernte - oder?
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  • Gibt es ein Handbuch bzw. Literatur?
    Ja, aber natürlich nicht zum Selbermachen praktisch für den Hausgebrauch..Sehr interessante Literatur zum Thema gibt es z.B. von Keith R. Kernspecht (Vom Zweikampf, Blitzdefence),von Leung Ting (Wing Tsun Quen), und ganz besonders zu empfehlen ist das Blitzdefence Buch für Frauen.
  • Ist WT im Herkunftsland noch populär?
    Ja. Leung Ting ist unser chinesischer Großmeister mit der höchsten Graduierung.
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  • Warum die Unterscheidung für Frauen, gibt es das auch für Männer?
    Ein speziell auf Frauen und die Gefahren bei einem kräftigen Mann als Angreifer zugeschnittenes Trainingsprogramm führt schneller zu Erfolgen, als würde man diesen Kräfteunterschied lange Zeit außer Acht lassen und nur in den gleichen Gewichtsklassen denken. Nie würde ich sagen, es macht keinen Unterschied, ob ein großer kräftiger Gegner vor Dir steht oder eher ein Leichtgewicht. Von der erlernten WT- Technik her spielt es tatsächlich keine Rolle, da ich nicht gegen die Kraft ankämpfe die der Gegner mitbringt- ich lasse sie ihm, ich lasse ihn genau dahinschlagen wo er hinschlagen wollte, nur dass ich dann nicht mehr dort bin wo er hinschlagen hat... somit trifft er mich auch nicht. Aber moralisch und psychisch gesehen habe ich sicherlich mehr Angst und werde vielleicht unsicher bei einem viel größeren Gegner. Aber hilft ja nix, auch ein kräftiger Täter hört nicht auf Betteln oder Flehen, er wird erst aufhören, wenn ihm selbst was weh tut. Mein Tip: genau zielen und von vorn herein zu fieseren Mitteln greifen um auf Nummer Sicher zu gehen.
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  • Reicht ein Semesterkurs um sich verteidigen zu können oder muss man das weiter üben?
    Als Einstieg vielleicht, aber Ihr müsst immer, ja wirklich immer üben.
  • Funktioniert das wirklich?
    Ja das habe ich mich bzw. damals meinen Bruder, der vor mir mit WT angefangen hatte, auch gefragt. Meine Frage war schnell beantwortet, als ich nach einem versuchten Angriff nicht mal merkte wie und wo er mich berührt hatte, aber am Boden lag. Ganz davon abgesehen trug ich auch noch ein paar blaue Flecken von diesem Test davon... Es war wohl mein eigener Schwung, der mich zu Boden warf- wie gegen einen Unsichtbaren, hatte ich ins Leere geboxt. Faszinierend. So blöd sollten meine zukünftigen Gegner auch sein, also fing ich an mit Wing Tsun. Es funktionierte genial, aber ob man das auch in einer ernsten Lage unter Stress und Angst anwenden kann, war meine nächste Frage. Diese bekam ich erst Jahre später beantwortet, als ich mich in einer Auseinandersetzung mit zwei betrunkenen Randalierern in einer Kneipe in der ich zu der Zeit arbeitete, wehren musste. Der eine jammerte hinterher, ich hätte ihn geschlagen und der andere schaute noch verständnislos, weil sein Kumpel nun plötzlich unter Schmerzen litt...er hatte nichts gesehen. Da suchten beide lieber das Weite bevor die Polizei kam, die ich vorher schon gerufen hatte.
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  • Was bedeutet WT eigentlich?
    Diese beiden Buchstaben sind die offizielle copyright- geschützte Abkürzung für Wing Tsun und zwar mit Leung Ting als Oberhaupt und Yip Man als sein Lehrer. Großmeister Keith R. Kernspecht ist der Meisterschüler von Leung Ting und selbst das Oberhaupt der EWTO (Europäischen Wing Tsun Organisation). Alle WT- Schulen gehören zu dieser Organisation (bisschen aufpassen, wenn Ihr andere Abkürzungen für Wing Tsun seht bzw. wenn sich das Wing Tsun anders schreibt, dann habt Ihr nicht mehr die Gewähr des Original Stammbaums). Oder war Deine Frage anders gemeint und Du meinst die Übersetzung ins Deutsche? Wing Tsun heißt Schöner Frühling und ist schlicht der Name der ersten Meisterschülerin von Ng Mui der Kampfnonne aus dem Shaolin Kloster (siehe Link: Geschichte).
  • Wie häufig ist das optimale Training?
    Wo wir gerade bei den Ursprüngen und den Traditionen waren, wäre ein tägliches Training von Morgens bis Abends das optimalste. Da es hier in Europa nicht mehr so viele Kloster für solch eine Optimierung oder gar so viele Meister für angehende Meisterschüler gibt, hängt das von euren Trainern und euerm Geldbeutel ab. Als Privatschüler lernt man natürlich am intensivsten, aber in der Regel kommt man mit zwei mal die Woche Training auch recht gut voran.
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  • Wie lange muss man trainieren, um von sich sagen zu können, dass man sich in jeder Situation wirksam verteidigen kann?
    In jeder Situation? Das gibt es nicht. Aber man kann seine Fähigkeiten ein Leben lang steigern. Wenn man so fleißig ist.
  • Gibt es ein Fortsetzungskurs?
    Klar. In der WT Schule Bremen, Breitenweg 42, gebe ich fortlaufende Kurse.
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  • Reicht immer die Kraft des Angreifers aus, um sich zu verteidigen (zur Mitbenutzung), oder ist manchmal auch extra Krafttraining nötig, z.B. beim Kettenfaustschlag?
    Um auch noch eigene Kraft hinzuzufügen, kann ich das Üben der Kettenfauststöße und Tritte (in die Luft oder gegen entsprechende Polster) empfehlen. Einfach die Anzahl steigern und Ihr werdet Kräftemäßig ganz automatisch Erfolge haben. In ein Fitnessstudio braucht man dafür also nicht extra zu gehen.
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  • Die Selbstverteidigung hat ihren Ursprung im asiatischen Raum (oder täusche ich mich?), warum ist da so?
    Wieso ein Volk dieses oder jenes entwickelt und das andere nicht,
    bleibt uns wohl oft ein Rätsel. Ich kann mir aber vorstellen, dass die Körpergröße eine entscheidende Rolle gespielt haben mag. Die Römer zB besaßen auch eine viel bessere Kampftechnik als die wilden und großen Hünen aus dem Norden (Keulenschwingend möchte ich jetzt nicht sagen...).
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  • Kann man in Zeit ausdrücken, ab wann Wing Tsun bzw. Abwehrreaktionen als Reflex vorhanden sind? Wie oft Training pro Woche ist ausreichend, um möglichst schnell Reflexe zu entwickeln?
    Die Reflexe zu trainieren ist in der Tat nicht so leicht und braucht mehr Zeit, bzw. ein spezielleres Training, das Chi- Sao Training (klebende Arme), ein fester Bestandteil des WT, in dem taktile Reize geht.
    Nach drei Jahren (nicht stöhnen. Schreiben lernen hat länger gedauert, und hält ein Leben lang...) sitzen dann schon ein paar gut trainierte Reflexe.
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  • Wenn ich sehr dünne Knochen habe und an sich wenig Kraft, lohnt es sich für mich überhaupt?
    Wing Tsun ist ein sogenannter „weicher Stil“, das heißt, wenn man es richtig macht knallen nicht Knochen gegen Knochen, oder Kraft gegen Kraft. Bewegungen sind meist rund (Drehtür) und „böse Kräfte“ werden umgeleitet (wie es in den Wald ruft, schallt es wieder raus). Wenn die Technik stimmt, kann man als alter Greis unbesiegbar sein (wie Yip Man, unser verstorbener Großmeister). Abgesehen davon hält regelmäßiges Training fit und stärkt auch die Muskelpartien um die schwachen Knochen herum (auch hier spielt Alter keine Rolle, da die Bewegungen nicht akrobatisch oder konditionell abhängig sind). Gesund für Körper und Geist. Das lohnt sich doch immer...
    In jedem Fall aber ist der Weg das Ziel. Auf dem Weg lernst Du jedes mal dazu. Du stärkst Dein Selbstbewusstsein und Deine Souveränität in heiklen Lagen. Dein Geist wird wachsam, Dein Körper stark und Deine Möglichkeiten vielfältig. Schwache Knochen wenig Kraft, oder andere Handicaps mögen vielleicht im Vergleich zu anderen erst mal ein Nachteil darstellen, aber nach ein paar Jahren Training hast Du es vergessen. Dünne Knochen? Was war das denn... Die Technik entscheidet.



 

 
Gudrun Glaser - Lizensierte Trainerin der EWTO - Europäische Wing Tsun Organisation.  
   
 
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