Wing-Tsun-Frauen
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Zur Geschichte des Wing Tsun.

Der Wing Tsun-Stil enstand vor ca. 250 Jahren. Die buddhistische Nonne Ng Mui gehörte zu den wenigen Überlebenden aus dem Shaolin-Tempel in Fukien (siehe meinen Artikel über das Hung Gar Kung Fu). Nach einer langen Reise ließ sie sich im Weißen Kranich Tempel am Tai Leung-Berg, an der Grenze zwischen den Provinzen Szechwan und Yunnan, nieder. Durch das Beobachten eines Kampfes zwischen einem Fuchs und einem Kranich bekam sie die nötige Inspiration, ein neues Kampfsystem zu entwickeln, das auf den sog. "klebenden Händen", den Chi Sao, basiert.

Ng Mui unterrichtete das Mädchen Yim Wing Tsun, damit diese sich vor den Anzüglichkeiten eines bekannten Schlägers und Kung Fu-Experten zu schützen. Durch das Training bei Ng Mui konnte Wing Tsun den Rüpel besiegen. Wing Tsun heiratete schließlich Leung Bok Chau und unterrichtete ihn. Leung nannte den Stil seiner Frau zu Ehren "Wing Tsun".

Über Leung Bok Chau gelangte der Stil über Leung Lan Kwai und Wong Wah Bo zu Leung Yee Tei. Dessen Schüler, Leung Jan, gilt als einer der besten Kämpfer, die es jemals im Wing Tsun Kung Fu gegeben hat. Er war ein Kräuterarzt und in seiner Heimatstadt Fatshan hoch angesehen. Sein bekanntester und bester Schüler, Chan Wah Shun, unterrichtete Ng Tsung So und Yip Man, welcher die bekannteste Wing Tsun Linie gründete. Zu Yip Man bekanntesten Schüler zählen seine Söhne Yip Tsun und Yip Ching, Wong Shun Leung, Lok Yiu, Lo Man Kam und Leung Ting.


Cheng PeiPei als Ng Mui Si Tai.
Ching PeiPei als Ng Mui



Die Originalhandschrift von Yip Man lautet:

Die Ahnfrau des Wing-Tsun-Systems, das verstorbene Frl. Yim Wing Tsun, wurde in der Kwangtung-Provinz in China geboren. Als junges Mädchen war sie klug und aufgeweckt und für ihre "männlichen Charaktereigenschaften bekannt. Sie wurde (schon als Kind) mit Herrn Leung Bok Chau, einem Salzhändler aus der Fukien-Provinz verlobt. Kurz darauf starb ihre Mutter.

Ihr Vater, Yim Yee, wurde mit einer falschen Anklage bedroht. Er wollte das Risiko eingesperrt zu werden nicht eingehen und floh deshalb zusammen mit seiner Tochter. Schließlich ließen sie sich am Fuße des Tai-Lung-Berges an den Grenzen der Yunnan- und Szechwan-Provinzen nieder, wo Sie ihren Lebensunterhalt mit einem Tofu-Verkaufsstand verdienten. (Tofu-Bohnenquark war der Eiweißlieferant für die, die sich Fleisch nicht leisten konnten.)

Es war während der K`anghsi-Regierung der Ching-Dynastie, als die Anhänger des Shaolin-Kung-Fu-Stiles wegen ihrer Kampfkunst berühmt waren, daß die Ching-Regierung sich deshalb Sorgen machte und beschloß, die Mönche töten und das Kloster am Sung-Berg der Honan-Provinz in Central-China zu vernichten. Soldaten wurden mit dem Befehl ausgesandt, das Kloster zu zerstören und die Religionsgemeinschaft auszulöschen. Aber die Mönche des Shaolin-Klosters und ihre Anhänger leisteten so starken Widerstand, daß selbst nach langem und hartem Kampf das Kloster immer noch unversehrt war.

Chan Man Wai, der bei der Beamtenprüfung als Bester des Jahres abgeschnitten hatte, wollte sich bei der Regierung einen Namen verschaffen und trug ihr seinen Plan zur Vernichtung des Klosters vor. Um den Plan durchzuführen, verschwor er sich mit einigen Mönchen des Shaolin-Klosters.

Der wichtigste von ihnen hieß Ma Ning Yee, der sich überreden ließ, seine eigenen Kameraden zu verraten, indem er hinter ihrem Rücken das Kloster in Brand steckte. Auf diese Weise gelang es schließlich doch, das Shaolin-Kloster abzubrennen, worauf sich die Mönche und ihre Schüler in alle Teile Chinas zerstreuten. Unter den Überlebenden müssen als besonders erwähnenswert folgende genannt werden: Die buddhistische Meisterin Ng Mui, Meister Chi Shin, Meister Pak Mei, Meister Fung To Tak und Meister Mio Hin. Diese konnten entkommen und sich verborgen halten.

Die buddhistische Meisterin Ng Mui nahm Zuflucht im Tempel des Weißen Kranichs am Hang des Tai-Leung-Berges, den man auch Chai-Har-Berg nannte. Dort machte sie die Bekanntschaft von Yim Lee und seiner Tochter Wing Tsun, bei denen sie auf dem Heimweg vom Markt oft Tofu zu kaufen pflegte.

Im Alter von 15 Jahren trug Wing Tsun ihr Haar hochgebunden, wie es damals üblich war, um zu zeigen, daß sie heiraten durfte. Ihre Schönheit erregte die Aufmerksamkeit eines ortsbekannten Schlägers, der sie mit Androhung von Gewalt zwingen wollte, ihn zu heiraten. Die wiederholten Drohungen des Schlägers gaben Wing Tsun und ihrem Vater ständigen Grund zur Sorge.

Als die buddh. Meisterin Ng Mui davon hörte, hatte sie Mitleid mit Wing Tsun und nahm sie als Schülerin auf. Ng Mui versprach, Wing Tsun die Kunst des Kämpfens zu lehren, damit diese selbst in der Lage sei, sich des Schlägers zu entledigen und ihren Verlobten zu heiraten. Von dem Tag an folgte Wing Tsun Ng Mui und übte täglich Kung Fu. Als sie die Techniken, die Ng Mui ihr beigebracht hatte, meisterte, forderte Wing Tsun den Schläger, der sie so sehr belästigt hatte, zum Kampf heraus und besiegte ihn. Darauf verließ Ng Mui Yim Wing Tsun und setzte ihre Reisen durch das Land fort. Vorher hatte sie aber noch Wing Tsun das Versprechen abgenommen, die Kampfkunst zu bewahren und den Patrioten zu helfen, die Ching-Dynastie zu stürzen und die Ming-Regierung wieder einzusetzen.

Aus diesem Bericht kann man schließen, daß das Wing Tsun System von Ng Mui abstammt.

Nach ihrer Hochzeit gab Yim Wing Tsun die Kunst Wing Tsun an ihren Gatten Leung Bok Chau weiter, der wiederum Leung Lan Kwai unterrichtete. Leung Lan Kwai brachte diese Kunst dann seinerseits Wong Wah Bo bei, einem Mitglied einer Operntruppe an Bord einer Dschunke, die die Chinesen eine "Rote Dschunke" nennen. Unter den Kameraden des Wong Wah Bo auf der "Roten Dschunke" gab es einen gewissen Leung Yee Tei, der die Sechs-und-ein-halber-Punkt-Langstock-Technik von einem Koch des Schiffes gelernt hatte. Am Ende stellte es sich heraus, daß der Koch kein anderer als der Meister Chi Shin des abgebrannten Shaolin-Klosters vom Sung-Berg der Provinz Honan war. Diese Geschichte haben wir oben schon erzählt.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Wong Wah Bo und Leung Yee Tei führte zum Informationstransfer von einem Kung-Fu-Stil zum anderen und endete schließlich damit, daß die Sechs-und-ein-halber-Punkt-Langstock-Technik Bestandteil des Wing-Tsun-Systems wurden.

Leung Yee Tei unterrichtete dann Leung Jan, einen berühmten Arzt aus der Stadt Fatshan in der Provinz Kwangtung. Leung Yan lernte alle Geheimnisse der Kunst und erreichte den höchsten Grad an Perfektion. Herausforderer, die von Nah und Fern herbeieilten, wurden alle besiegt.

Später gab er seine Techniken an meinen verehrten Lehrer (Si-Fu) Chan Wah Shun weiter, von dem meine älteren Kung-Fu-Brüder Ng Siu Lo, Ng Chung So, Chan Yu Min, Lui Yu Chai und ich selbst während der Dutzende von Jahren, die wir ihm folgten, diese Kunst erlernten. Es kann also gesagt werden, daß das Wing-Tsun-System uns in einer direkten Linie von Nachfolgern von seinem Entstehen bis zum heutigen Tag weitergegeben wurde. Ich schreibe diese Geschichte des Wing Tsun in respektvollem Andenken an meine Vorgänger. Der Mensch soll immer an die Quelle des Wassers denken, das er trinkt. Und ich bin ihr (Yim Wing Tsun) ewig dankbar für die Überlieferung der Kenntnisse, die ich jetzt besitze.

Deshalb möchte ich diese Gelegenheit jetzt auch benutzen und mitteilen, daß ich eine Vereinigung von Wing-Tsun-Kameraden ins Leben rufen will und daß ich zu diesem Zweck andere Lehrer (Ältere) um Unterstützung und Schüler und Anhänger des Wing-Tsun-Systems um Mitwirkung bitte.

Ist das nicht der richtige Weg Kung Fu zu propagieren und etwas für Das Ansehen unseres Landes zu tun?



Hier endet die Originalschrift von Yip Man zur Geschichte des Wing Tsun so wie seine Vorgänger sie ihm überliefert haben.

Über Yip Man und seinem ersten Schüler in Hongkong, Leung Sheung, gelangte die Kunst dann in die Hände von Leung Ting, der sie seinem europäischen Meisterschüler Keith R. Kernspecht übergab, von dem das WT an würdige Lehrer vermittelt wird, die ihrerseits überall in Europa Unterricht erteilen.


Si-Gung Keith Kernspecht, 10. Grad WT, WT-Cheftrainer für Europa, brachte den Leung Ting Stil 1976 nach Deutschland. Inzwischen ist der EWTO der weltgrößte Verband in einem chinesischen Kampfstil.


Ca. 3.OOO Schulen, ca. 5O.OOO Mitglieder in Europa



Si-Jo-Jo (Ururgroßvater)
Si-Jo (Urgroßvater)
Si-Gung (Großvater)
Si-Fu (Vater)
Si-Suk (jüngerer o­nkel)
Si-Pak (älterer o­nkel)
Si-Hing (älterer Bruder)
Si-Dai (jüngerer Bruder)
To-Dai (Schüler)

Si-Mo (Frau des Si-Fu)
Si-Go-Mui (jüngere Tante)
Si-Do-Goo (ältere Tante)
Si-Je (ältere Schwester)
Si-Mui (jüngere Schwester)



Portrait von YIP MAN.


 

 
Gudrun Glaser - Lizensierte Trainerin der EWTO - Europäische Wing Tsun Organisation.  
   
 
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